Sitzung des BVkE Verbandsrates  

Weiterentwicklung der Hilfen zur Erziehung –
Fachthema bei der Sitzung des BVkE Verbandsrates im November 2014 in Würzburg

Im Studienteil beim BVkE Verbandsrat am 11./12.11.2014 in Würzburg diskutierten die Delegierten mit Expertinnen über eine verstärkte sozialräumliche Ausrichtung der Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfe, die für die gesamte Caritas eine zukunftsweisende Option darstellt.

Die Inputs von Prof. Dr. Karin Böllert (Vorsitzende der AGJ), Prof. Dr. Georg Cremer (Generalsekretär DCV) Dr. Klaus Schulenburg (Landkreistag Bayern), Dr. Klaus Esser (BVkE Vorstand) brachte den Teilnehmer(inne)n das unterschiedliche Verständnis aus dem Blick von Kinder- und Jugendhilfe und Sozial- und Kommunalpolitik näher.

Karin Böllert bilanzierte: „Sozialräumlich orientierte Hilfen zur Erziehung benötigen neue Finanzierungsstrukturen und veränderte Grundlagen der Personalbemessung“, damit sich innovative Ansätze der Sozialraumorientierung entwickeln können.

Aus Sicht von Georg Cremer ist aufgrund der angespannten Haushaltslagen der Kommunen eine Expansion lokaler sozialer Infrastruktur auszuschließen. Es muss darum von freien und öffentlichen Trägern ausgelotet werden, ob mit gleichem Kostenaufwand höhere Wirkungen zu erzielen sind, etwa durch neue innovative Ansätze im Rahmen von  Sozialraumorientierung.

Klaus Schulenburg stellte in seiner Zusammenfassung die Kernaussagen zur Sozialraumorientierung aus dem Positionspapier des BayLJHA zur Weiterentwicklung der Hilfen zur Erziehung vor.

  • Die Realisierung sozialräumlicher Steuerungs- und Handlungskonzepte ist unter entsprechenden lokalen Rahmenbedingungen sinnvoll und möglich.
  • Die Verknüpfung einer sozialraumorientierten Jugendhilfeplanung mit einer ausschließlich finanzstrategisch motivierten Budgetierung muss abgelehnt werden.
  • Die Wahrnehmung ortsnaher, lebensweltlicher und auch zivilgesellschaftlicher Schutzfaktoren und Ressourcen zählt zu den interessanten und weiterführenden Ansätzen.

Klaus Esser veranschaulichte an Beispielen seiner Arbeit, dass Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe längst im Sozialraum angekommen sind. Sie sehen die Notwendigkeit von präventiven und frühen Hilfen und entwickeln Angebote und Konzepte dafür. Er warnt aber davor, die Arbeit im Feld des Sozialraumes und die Arbeit am individuellen Fall gegeneinander auszuspielen. Beides ist notwendig und beides bedarf guter Rahmenbedingungen und hoher Fachkompetenz, auch auf Seiten der öffentlichen Träger.

Die Diskussion der Expertinnen mit den Delegierten des Verbandsrates verdeutlichte, wie unterschiedlich das Verständnis von Sozialraumorientierung seitens der Kinder- und  Jugendhilfe sowie der Sozial- und Kommunalpolitik ist, und dass die Thematik für Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfe von hoher Relevanz ist. In Ansätzen wurden strategische Ziele für die Weiterarbeit formuliert.

Im weiteren Verlauf der Tagung wurden in Workshops Konzepte der Sozialraumorientierung vorgestellt.

Die Beiträge stehen hier zum Download bereit:

  1. Böllert BVkE Verbandsrat.pdf
  2. Cremer_BVkE_Verbandsrat_SRO_2014_Nov_11.pdf
  3. Esser_BVkE Verbandsrat 2014.pdf
  4. Schulenburg _BVkE Verbandsrat.pdf
  5. WS 1_Brandis_ Schule HzE.pdf
  6. WS2_Trelle_  Reformprozess Stuttgart.pdf
  7. WS2_Trelle_ Stuttgart.pdf
  8. WS3_ SKF Frankfurt_ Monikahaus.pdf