Sieglinde Schmitz  im Gespräch mit den Abgeordneten Gülistan Yüksel (SPD Fraktion) und Jörn Wunderlich (Fraktion DIE LINKE)

 

Paul Lehrieder (Vorsitzender des Ausschusses FSFJ) und Dr. Björn Hagen verfolgen die lebhafte Diskussion

 

Stefan Leister (Vorstand BVkE) im Gespräch mit der Abgeordneten Frau Ulrike Bahr von der SPD Fraktion.

 
Parlamentarisches Gespräch 2015  

„Flüchtlingskinder in der Kinder- und Jugendhilfe“.
Parlamentarisches Gespräch am 07.05.2015 im Bundestag, Berlin

Die Erziehungshilfeverbände in Deutschland – Bundesverband für Erziehungshilfe (AFET), Bundesverband katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfe (BVkE), Evangelischer Erziehungsverband (EREV) und die Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH), haben Abgeordnete des Ausschusses Familien, Senioren, Frauen und Jugend (FSFJ) zu einem Austauschgespräch zum Thema „Flüchtlingskinder in der Kinder- und Jugendhilfe“ eingeladen.

Herr Paul Lehrieder, Vorsitzender des Ausschusses FSFJ, bedankte sich für die Initiative der Erziehungshilfefachverbände zu diesem Gespräch und stellte fest, dass die große Anzahl der erschienenen Abgeordneten eine Wertschätzung der Arbeit der Erziehungshilfefachverbände sei. Die Frage der Flüchtlinge, insbesondere der Kinder und Jugendlichen, stelle eine besondere Herausforderung für die europäische Gesellschaft dar, um ihnen einen Weg zu bereiten für ein gutes Leben in Europa bzw. Deutschland.

Sieglinde Schmitz, stellv. Vorsitzender des BVkE, stellte in einem kurzen Input „Jugendberufshilfe und  Berufliche Bildung. Übergänge von der Schule in den Beruf" die Situation in der Einrichtungen und Diensten der Erziehungshilfe dar. Die Einrichtung Helenberg, erläuterte Sieglinde Schmitz, betreue seit mehr als 25 Jahren junge Flüchtlinge, die mittlerweile alle überwiegend im ersten Arbeitsmarkt stünden und längst Teil unserer Gesellschaft seien. Sie forderte von den Abgeordneten, bei der Gesetzesinitiative des Bundes folgende Aspekte zu berücksichtigen:


- Die jungen Menschen sind hoch motiviert, gebt ihnen eine Chance
  am Arbeitsmarkt!
- Spracherlernung ist der Schlüssel für eine gute Ausbildung, hier  
  muss dringend nachgebessert werden! Vielleicht können wir hier
  vom Staat Israel lernen, der jeden jüdischen Einwanderer – woher
  er auch kommt –  sofort und ohne Kompromisse in eine umfang-
  reiche Sprachförderung nimmt.
- Anpassung der Ausbildung an die kulturellen Erfahrungen der
  jungen Menschen, sie wollen von unserem System lernen, gebt
  ihnen die entsprechenden Hilfen nach SGB II, III und VIII.
- Diese jungen Menschen sind eine Investition in die Zukunft unseres
  Landes.

Stefan Leister, stellv. Vorsitzender des BVkE, forderte in seinem Beitrag, die Bundesagentur für Arbeit gesetzlich dabei zu unterstützen, Arbeitsmaßnahmen für junge Flüchtlinge zu öffnen und nicht auf ausländerrechtliche Bestimmungen zu beharren. Diese Verordnungen verhinderten einen Zugang zum ersten Arbeitsmarkt und würden die psychische Belastung dieser jungen motivierten Menschen erhöhen, so Leister. In diesem Zusammenhang verwies er auf die Notwendigkeit, Fachkräfte für die Arbeit zu gewinnen und auszubilden. Denn diese Menschen hätten besondere Bedarfe, die es zu decken gälte. Ein restriktives Mindestlohngesetz verhindere dabei ein bewährtes Fachkräfteinstrument in der Erziehungshilfe, das Orientierungspraktikum in sozialen Einrichtungen, über das viele junge Menschen für den Beruf des Erziehers und Erzieherin und Sozialpädagoge/-pädagogin gewonnen werden könnten.

Frau Susann Rüthrich, Kinderbeauftragte der SPD und Vorsitzende der Kinderkommission des Bundestages, unterstrich in dem Austausch, dass die Kinderrechte und das Kindeswohl trotz der gängigen Asylverfahren gewährleistet sein müssen. Zweifel bestehe hierbei insbesondere bei Sammelunterkünften für begleitete Kinder und Jugendliche. Herr Martin Patzelt von der CDU/CSU Fraktion mahnte das Verfahren der Vormundschaft für junge Flüchtlinge an, in dem nicht immer im Sinne der Kinder und Jugendlichen entschieden werden würde. Das sei bei der aktuellen Gesetzesdebatte unbedingt zu beachten.

Der Vorsitzende des Ausschusses Herr Paul Lehrieder bedankte sich ganz herzlich für die vielen Impulse und zeigte sich erfreut über den intensiven Austausch. Er betonte, dass die Abgeordneten die fachlichen Anregungen in das weitere Gesetzesvorhaben mit einbringen würden.
Dr. Björn Hagen bedankte sich von Seiten der Erziehungshilfefachverbände für die lebhafte Diskussion und stellte fest, dass viele Abgeordneten, trotz anderer parlamentarischer Verpflichtungen, die Debatte bis zum Ende mit verfolgt hätten.


Input von Frau Schmitz:

 cms1.carinet.de/shared_data/forms_layout/efbvke/417678_Input_Sieglinde_Schmitz.pdf

Input AFET

 

Ablaufplan:

cms1.carinet.de/shared_data/forms_layout/efbvke/417681_Ablauf_Parlamentarisches_Gespräch.pdf

Teilnehmerliste:

 cms1.carinet.de/shared_data/forms_layout/efbvke/417679_Teilnehmerliste.pdf